Freitag, 03 de August de 2007
Roehren Endstufe von 3.0 - 30 MHz bis 1 KW zwei T380-1 in Gitterbasisschaltung
Linear Roehren Endstufe für Kurzwellen Amateurfunkbetrieb von 3.0 - 30 MHz,
bis 1 KW, zwei T380-1 in Gitterbasisschaltung
ein Selbstbaukonzept für lizenzierte Funkamateure entwickelt von Werner Grosse
- DK3QV
vielfach
nach gebaut von 1983 – 1989
copyright: Mr.
Werner Grosse
Da die Gesamtanodenverlustleistung
der beiden Röhren 760 Watt beträgt, lassen sich diese im AB-1 Betrieb schonend
fahren, was den Intermodulationsabstand erhöht und sich positiv auf die
Lebensdauer der Röhren auswirkt. Ein weiterer Vorteil ist die Nutzung der
Ausgangsleistung von 750 Watt in allen Betriebsarten und auf allen Bändern, was
auf die enormen Leistungsreserven der Röhren zurückzuführen ist.
Die beschriebene Endstufe muss vom mechanischen und elektrischen Aufbau sowie
deren Ausstattung nicht unbedingt bindend oder als optimal angesehen werden.
Hier sind sicherlich eine Reihe von Änderungsmöglichkeiten denkbar. Dies aber
bleibt letztlich jedem Funkamateur, seiner Phantasie und seiner Kreativität
überlassen. Diese Beschreibung kann nur die nötigen Denkanstöße dazu liefern.
3. Mechanischer Aufbau
Durch den großen Platzbedarf und das enorme Gewicht der vorhandenen
Transformatoren wurde das Netzgerät in einem getrennten Stahlblechgehäuse
untergebracht. Das Gehäuse der Endstufe war aus verschiedenen 2 mm starken
Aluminiumplatten zusammengeschraubt worden und hatte etwa die Abmessungen
380*320*280 mm.
Es leider nicht möglich, die seinerzeitigen Ansichtsfotos hier abzubilden.
Alle Netzteilbauteile wurden auf einer kräftigen 3 mm starken
Stahlblechmontagetafel aufgebaut, welche dann mit dem Gehäuseboden verschraubt
sind. Die notwendigen Bedienungselemente sind in die Frontplatte eingebracht
und diverse Anschlusskabel mit Knickschutztüllen nach hinten herausgeführt. Für
die elektrischen Verdrahtungen wurden im Netzteil entsprechende Lötleisten
aufgebaut. Das gesamte Gehäuse ist mit einem U-förmigen Deckel verschließbar.
Das Alugehäuse der Endstufe war durch ein Zwischenblech so aufgeteilt worden,
dass im unteren 100 mm hohen Teil der gesamte HF-Eingangsteil sowie die Steuerung,
und im 180 mm hohen oberen Teil der gesamte HF-Leistungsteil untergebracht war.
Im oberen Teil sind folgende Bauteile platziert. Plate und Load
Drehkondensatoren, Bandwahlschalter, Auskoppelkondensatoren,
Keramikrippenkörper, Luftspule L 10, Anodendrossel und die beiden Senderöhren.
Für ausreichende Luftkühlung sorgt hier ein Ventilator mit 160 m3/h und eine
entsprechende strömungsgünstige Luftführung.
Im unteren Teil der Endstufe sind die Bauteile : Steuerungselemente,
Verdrahtung, Lötleisten, Steckerzuführung, Hochspannungsanschluss,
Röhrenfassungsanschlüsse, HF-Eingangsteil mit Bahnwahlschalter,
Antennenanschlüsse, Antennenrelais sowie die Katodendrossel zu finden.
Zur Bedienung und Überwachung sind in die Frontplatte eingebaut : Plate, Load,
Bandwahl-Ausgangsschalter, Betriebsartenschalter, Messgeräteumschalter,
Messgerät relativer HF-Output, Meßgerät-Ia1/Ua usw., Bandwahl-
Eingangsschalter, Lüfterschalter, Lüfter schnell/langsam sowie zwei
Leuchtdioden.
Auf der Geräterückwand befinden sich der Hochspannungsanschluss, Soriou
Mehrpolstecker, Erdungsschrauben sowie der Amphenol Steckeranschluss zur
externen Steuerung. Das gesamte Gehäuse konnte mit einem fein perforierten
Deckel allseitig geschlossen werden.
Wesentliche Informationen sind noch zu den elektrischen Verdrahtungen und
Aufbauten noch anzufügen : Sämtliche Spannungsanschlüsse sind mit
Keramikscheiben und MKS Kondensatoren gegen HF abgeblockt worden. Der
Hochspannungsanschluss wurde aus Polyamid hergestellt und hatte eine eingebaute
4 mm Buchse zur Aufnahme des Hochspannungsanschlusssteckers. Als
Hochspannungskabel wurde eine spannungsfeste Ausführung mit 1mm2 Querschnitt
gewählt. Zur Kontaktierung des Verbindungskabels zur Endstufe wurde ein
mehrpoliger Soriou Stecker bzw. Kupplung gewählt, wobei der Stecker in die
Gehäuserückwand der Endstufe eingebaut ist. Netzteil und Endstufe wurden
außerdem zum besseren Potentialausgleich zusätzlich mit 6 mm2 Erdungsleitungen
verbunden.
Sämtlich Hochspannungskabel und Anschlüsse sind sowohl im Netzteil wie auch in
der Endstufe zusätzlich mit Silikonschläuchen versehen, was ganz erheblich zur
besseren Isolierung beitrug. Damit der Spannungsverlust auf den Heizleitungen
mit 5V/30 A so gering als möglich blieb, mussten entsprechend starke Kabelquerschnitte
verwendet werden ( hier 6 mm2 ). Um die Ausgangsschwingkreisverluste der
Endstufe so gering als möglich zu halten, wurden hier ausschließlich 14 mm
breite und 1 mm starke versilberte Kupferbänder eingesetzt. Die
Röhrenanschlusssterne sind mit flexiblen, stark geflochtenen Kupferbändern zum
Auskoppelkondensator C35 ( 1000 pF/12 KV ) verbunden.
Weitere Einzelheiten der Verdrahtung sind direkt dem Schaltplan in den Bildern
1 und 2 sowie den beigefügten Tabellen 3 - 9 zu entnehmen.
4. Theoretische Grundlagen
Die Grundlagen dieser Gerätebeschreibung bilden in ersten Linie die praktischen
Kenntnisse und Erfahrungen zum Selbstbau einer solchen Linearendstufe. Da es
aber nicht ganz ohne die notwendigen theoretischen Kenntnisse geht, die zum Bau
einer solchen Endstufe erforderlich sind, wird jeder wissen, der sich schon mit
dem Selbstbau befasst. Hier sollen nur die wichtigsten theoretischen Grundlagen
kurz erläutert und dargestellt werden, die auch zum Teil bei dem Bau dieser
Endstufe mitgewirkt haben. Die grundsätzliche Arbeitsweise einer solchen KW-
Linearendstufe wird hierbei vorausgesetzt. Wer darüber hinaus seine Kenntnisse
weiter vertiefen möchte, dem sei auf die unten angegeben Literaturquellen
hingewiesen.
Wie aus der Grundschaltung in Bild 3 zu sehen ist, wird die
Hochfrequenzleistung über ein breitbandiges Eingangs-Filter symmetrisch in die
Katode eingekoppelt.
Die Auskoppelung erfolgt hier durch das viel bewährte selektive
Ausgangs-PI-Filter. Das Gitter der beiden Röhren liegt bei der Gitterbasisschaltung,
die auch grounded grid genannt wird, sowohl gleich, wie auch wechsel-
spannungsmäßig direkt an Masse und bildet so eine natürlich Abschirmung
zwischen Katode und Anode, ohne das die Röhre ihre Verstärkereigenschaft
verliert.
Der Arbeitspunkt wird hierbei über eine automatische Gittervorspannung erzeugt
( indem die Katode positiver gegenüber dem Gitter gesetzt ist ), die durch den
Arbeitswiderstand im Katodenkreis, hier die Zenerdiode D 1, festgelegt ist. Der
Arbeitspunkt ist so gewählt, daß sich im AB-1-Betrieb eine Katodenspannung von
Uk = 55 - 60V bei einer Anodenspannung von Ua = 2600 V/DC einstellt. Hierdurch
ist sichergestellt, dass sich der Arbeitspunkt immer noch im teillinearen
Bereich der Triodenkennlinie befindet. Der Ruhestrom betrug hierbei 80
mA/Röhre. Die beiden Drosseln Dr. 2/3 dienen zur Unterdrückung von
Huth-Kühn-Schwingungen, die durch schädliche Gitter- Anodenkapazitäten Cg-a1
und Cg-a2 = 14 pF hervorgerufen werden. Damit die eingekoppelte HF-Leistung
nicht über die Heizleitung zum Netztrafo (direkt geheizte Katode) abfließt,
sind zwei Heizdrosseln Dr. 4/5 erforderlich. Sie müssen den Heizstrom ( Ih = 30
A ) und den Katodenstrom ( Ikmax. = 1,0 A) ohne große Verluste führen können.
Die hier erstellte Ausführung hatte einen Querschnitt von annähernd 3,2 mm2 bei
einer Induktivität von Lh = 2,2 mH.
Vorteile der
Gitterbasisschaltung mit 2 parallel betriebenen Trioden
• Eingangs- und Ausgangsspannung sind in Phase, es sind keine Neutralisation
oder besondere Abschirmungen erforderlich
• die Treiberleistung wird nicht in Wärme umgesetzt, sondern durch die Endstufe
durchgereicht
• Wahl des Arbeitspunktes im teillinearen Bereich der Triodenkennlinie (
geringere nichtlineare Verzerrungen und deren Mischprodukte ) im AB-1 Betrieb
• durch die Parallelschaltung lässt sich die Ausgangsleistung fast verdoppeln
• einfacher Aufbau des Eingangs- und Ausgangskreises
• geringere Treiberleistung als bei Tetroden oder Pentoden erforderlich
• einfacher Aufbau des Netzteiles, da nur wenige Spannungen erforderlich sind
• finanzieller Vorteil durch die Verwendung von zwei ,,kleineren" Röhren
gegenüber einer wesentlich teureren großen Röhre
Als Nachteile
sind zu nennen
• Summierung der Röhrenkapazitäten (Cga1 + Cga2), was zur Herabsetzung der
Grenzfrequenz und somit zur Leistungsminderung auf den oberen Bändern führt
• Begünstigung von Huth-Kühn-Schwingungen durch Cgal + Cga2
• durch den sehr nieder impedanten Eingangswiderstand ( Re = 62.5 Ohm ) ist
eine relativ hohe Treiberleistung erforderlich
• da zwei Triodenkennlinien keinen absolut gleichen Verlauf aufweisen, steigen
die nicht linearan Verzerrungen (Intermodulationsstörungen und deren
Mischprodukte ) gegenüber der Verwendung von nur einer Röhre wieder etwas an
5. Berechnung der Eingangs-
und Ausgangsbedingungen
Der Eingangswiderstand der Röhre berechnet sich gemäß Bild 4.
Damit liegen die errechneten Eingangs- und Innen Widerstände vor: RE ~ 62,5
Ohm, Ri ~ 1,75 KOhm
Aufgabe der Eingangs- und Ausgangs PI-Filter ist es, den Eingangswiderstand von
Zein- = 50 Ohm auf Rein~ 62,5 Ohm herauf- und den Innenwiderstand von Ri = 1,75
KOhm auf Zaus = 50 Ohm herab- zu transformieren. Da die komplexe Berechnung von
Filtern den Rahmen dieser Beschreibung sprengen würde, kann hier nur auf den
entsprechenden Literaturquellen verwiesen werden.
Die in Bild 5 aufgeführte Tabelle mit sämtlichen Berechnungen und Werten für
die Ausgangs- PI-Filter wurde nach Unterlagen von DJ6HP (Kurzwellen- und
Amateurfunktechnik) und DL3CI (CQ-DL 9/80 ) zusammengestellt.
D
ie Güte Q wurde hier mit ~11 angesetzt, was in der Praxis einen guten
Kompromiß zwischen hoher Güte ( große Resonanzströme und damit verbundenen
Verlusten) und selektiver Oberwellenunterdrückung darstellt. Zum Vergleich sind
auch noch die einem mit Induktivitätsmessgerät als Frequenzzählervorsatz
gemessenen und unabhängig von den PI-Filterberechnungen ermittelten Spulendaten
eingetragen.
Die Berechnungsformel für einlagige Luftspulen ist in Bild 5 mit angegeben.
Die Tabelle in Bild 5 zeigt deutlich, dass sich auf den oberen Bändern der
induktive Aufbau des Ausgangs PI-Filters schon bemerkbar macht ( errechnete
Induktivität und Sollinduktivität zur gemessenen Induktivität).
Ansonsten sind die errechneten Daten in der Größenordnung zu finden, die sich
auch später praktisch einstellten.
Das Eingangsfilter wurde breitbandig ausgelegt und hat eine Güte Q von ~ 2.0.
Auf ein weiteres Berechnungsbeispiel wurde an dieser Stelle verzichtet. So sind
deren Daten direkt der Tabelle 1 aus Bild 6 entnehmbar.
Mit dem Eingangsbandwahlschalter ist auch eine direkte HF-Einspeisung ohne das
Eingangsfilter in Schalterposition 7 möglich. Es zeigte sich aber deutlich,
dass diese kleine Fehlanpassung von Zein = 50 Ohm und Rein ~ 62,5 Ohm zu einer
Leistungsverminderung von 10 - 20 % am Ausgang der Endstufe führen kann.
Außerdem wird der Intermodulationsabstand des Ausgangssignale bei dieser
Arbeitsweise um etwa 5 dB geringer anzusetzen sein. Das Stehwellenverhältnis
SWR für den Endstufeneingang mit diesem Eingangsfilter lag auf allen Bändern
unter 1 : 2,0.
6. Leistungsverstärkung
der Endstufe
Wie aus Tabelle 4 in Bild 8 zu sehen ist, beträgt die Leistungsverstärkung :
V = 10 Log. * Pout/Pin ( in dB ) auf allen Bändern zwischen 9,21 und 9,81 dB.
Diese Leistungsverstärkung reicht aus, um bei einer Ansteuerleistung von 80 -
100 Watt ( auf allen Bändern) auch noch sichere 750 Watt - Ausgangsleistung zu
erhalten. Der Abfall der Leistungsverstärkung zu den höheren Bändern, ist bei
dem Ansteuer Transceiver wesentlich stärker ausgeprägt ( hier der Kennwood
TS-515 mit bis zu 1,2 dB ), als bei der Endstufe, wo der Leistungsabfall ca.
0,6 dB beträgt. Dies ist auf den soliden Aufbau des HF-Eingangs- und
Ausgangskreises sowie der Verwendung der beiden steilen Trioden zurückzuführen.
Der Endstufenwirkungsgrad liegt auch hier, wie erfahrungsgemäß bekannt, im AB-1
Betrieb zwischen 50 - 60%.
7. Schaltungsbeschreibung
Wie aus dem Schaltplan des Netzteiles der Linearendstufe in Bild 2 zu sehen
ist, sind dort die notwendigen Transformatoren, Gleichrichter und
Steuerungselemente untergebracht. Die beiden Hochspannungstransformatoren m4
und m4 werden durch Betätigung des Steuerrelais d1 ( Anodenspannung EIN ) über
zwei parallel geschaltete Widerstände (R4/R5 von 150 Ohm/7W) eingeschaltet.
Deren Überbrückung erfolgt zwei Sekunden zeitverzögert durch d2. Diese bekannte
Einschaltungsart von großen Transformatoren vermindert den Rush Effekt für
konventionelle 16A/H- oder L-Automaten der Netzabsicherung.
Das Hochspannungsnetzteil ist sehr spannungssteif ausgeführt und beinhaltet nur
leistungskräftige Bauteile. Als Hochspannungsgleichrichter ist ein
Drehstrombrückengleichrichter mit 4500V/DC Sperrspannung und 1,8 A Nennstrom
verwendet. Die Hochspannungsglättungskondensatoren bestehen aus zwei Bosch
MP-Kondensatoren von jeweils 15uF/3KV. Die erforderlichen Versorgungsspannungen
von +165V/0.2A, 12V/2A sind in bekannter Form erzeugt. Alle Spannungen mit
Ausnahme der Hochspannung, werden über eine mehrpolige Soriou Buchse und
Stecker zur Endstufe geführt. Bei hoher Strombelastung ( Heizspannung ) sind
mehrere Steckerstifte parallel geschaltet. Verschiedene Funktionen sind optisch
mit Leuchtdioden angezeigt. Verdrahtungsquerschnitte sind im Schaltplan, sofern
erforderlich, angegeben.
Im Schaltplan
von Bild 1 ist die Endstufe dargestellt.
Da zuvor die theoretischen Grundlagen der Gitterbasisschaltung für zwei
parallelbetriebene Sende Trioden beschrieben worden ist, sind hierzu nur noch
wenige Punkte anzufügen. Mit dem keramischen Eingangsbandwahlschalter b2 wird
das komplette Eingangs PI-Filter für alle Bänder umgeschaltet. Der keramische
Ausgangsbandwahlschalter b3 ist mit kräftigen Kontakten (hier für 50 A )
ausgeführt, um die hohen Resonanzströme ohne große Verluste führen zu können.
Der Plate Drehkondensator C 36 hat 250 pF bei 6 KV Spannungsfestigkeit und der
Load Drehkondensator C37 1000 pF bei 3KV Spannungsfestigkeit. Eine deutlich
höhere Spannungsfestigkeit hat der Auskoppelkondensator C 35 bei 1000 pF/12 KV.
Aus Platzgründen wurde auf eine Abschlussscheibendrossel L~2,5 mH, die parallel
zu C 38 - C 41 liegen müsste, verzichtet. Diese Abschlussscheibendrossel und
galvanische Kopplung gegen Masse kann verhindern, dass bei durchgeschlagenem
Auskoppelkondensator C 35 die Hochspannung an der Antenne anliegt. Da der
Auskoppelkondensator eine Spannungsfestigkeit von 12 KV aufweist und sich eine
maximale Anodenspitzenspannung von 8 KVss einstellt , ist diese Möglichkeit
allerdings sehr gering. Achtung : Trotzdem immer einbauen !
Sämtliche Gitteranschlüsse sind mit keramischen Scheibenkondensatoren ( C30 -
C33 = 4700 pF ) und Widerständen ( R19 - R22 = 3,3 Ohm ) abgeschlossen worden.
Diese Widerstände erlauben außerdem eine Gitterspannung bzw. Gitterstrommessung
über den Messbereichsumschalter b7 und das Anzeigemessinstrument g2. Der
Eingang der Katodendrossel Dr. 1/2 s. Tabelle 3 in Bild 7 ) ist ebenfalls mit
keramischen Scheibenkondensatoren C26/27 = 4700 pF abgeschlossen. Die
Katodenspannung von 55 - 60 V ( vom Mittelanschluss des Heiztrafos über den
Steckerpin ) stellt sich über eine Reihen- und Parallelschaltung von Dioden ( n
24 - n 187 ) und deren Durchlassspannung ein. Diese Dioden müssen den
Katodenstrom (hier max. 1,5 A ) sicher führen können und die auch entstehende
Verlustwärme Pv - UK * IK = 48 Watt ( bei ~ Ik = 0,8 A ) aufnehmen können.
Alternativ hierzu sind auch Zenerdioden, die auf einem Kühlblech isoliert
aufgebaut sind, einsetzbar. Da Zenerdioden auf Grund unterschiedlicher
Kennlinien und Zenerspannungen nicht parallel schaltbar sind, kommen somit nur
leistungsstarke Fabrikate in Frage.
Nachteilig, und das gilt für beide Katodenspannungserzeugungsarten, ist die
Tatsache, dass durch die Eigenerwärmung die Diodenschwellspannung und somit
auch die Zenerspannung sich etwas nach unten verändert. Die in der Praxis
ermittelte Änderung der Katodenspannung lag in der Größenordnung von etwa 10 %.
Diese Auswirkungen ( die Katodenspannung sinkt um etwa 10 % ab ), nach der sich
der Arbeitspunkt im AB-1 Betrieb etwas näher zum A-Betrieb hin verändert und
den Katodenstrom etwas ansteigen lässt, hatte bei späteren praktischen
Messungen allerdings keine größeren Auswirkungen.
Das Antennenrelais, eine kräftige 12V Ausführung mit 15A Kontakten, ist in
unmittelbarer Nähe der PL Buchsen auf Gummiringen zur
Schaltgeräuschverminderung montiert. Die Verbindung vom HF-Ausgangskreis zum
Antennenrelais erfolgte mit einem 20 cm kurzen Koaxialkabel RG 58-U. Da sich
dieses Koaxialkabel vorzüglich verarbeiten und biegen lässt, wurden bewusst
kleinere Kabelverluste in Kauf genommen.
Ein kräftiger 230V/AC-Ventilator, der für eine ausreichende Kühlung sorgt, ist
von der Frontplatte aus auf schnell bzw. langsam umschaltbar. Die gesamte
Betriebsartensteuerung ist mit den 12-V Relais d3 - d6 aufgebaut und kann über
den Betriebsartenschalter entsprechend vorgewählt werden. Zur externen
PTT-Steuerung ist das Relais d6 benutzt. Eine HF Vox Steuerung ist nicht
eingesetzt. Dies gilt ebenso für eine ALC Spannungsgewinnung vom
HF-Ausgangssignal zur Leistungssteuerung des Ansteuer Transceivers. Nachteilig
war dies beim späteren Betrieb nicht.
Mit dem Messbereichsumschalter und Anzeigeinstrument g2 können folgende
Spannungen und Ströme während des Betriebs gemessen werden: 1 - Ua, 2 - Ik, 3 -
Igl, 4 - IgR1, 5 - IgR2, 6 - Uver+165V, 7 - Uver+12V
Mit dem Anzeigeinstrument gl ist der relative HF-Output ( nicht
frequenzkompensiert ) moderat angezeigt. Im Stand-by-Betrieb wird die
Katodenspannung auf + 165 V gelegt, was zur absoluten Sperrung der beiden
Trioden bei Ua=2800V ausreicht. Wichtige Schaltungszustände sind optisch mit
den Leuchtdioden LED 3 und 4 signalisiert.
Sämtliche Versorgungs- und Steuerspannungen werden gegen die Hochfrequenz mit
entsprechenden Kondensatoren abgeblockt. Die Anodendrossel Dr. 3 ( s. Tabelle 3
in Bild 7 ) ist einlagig auf einem Keramikkörper aufgebracht worden und dient
zur Zuführung der Hochspannung in den Anoden- kreis. Der keramische
Hochspannungskondensator c34 = 5000 pF/5KV blockt hierbei die HF vom ,,kalten
Ende" der Drossel ab.
8. Verwendete Messgeräte
und Messverfahren
Folgende Meßgeräte und Hilfsmittel standen zum Selbstbau der Linearendstufe zur
Verfügung :
• 100 MHz - Zweistrahlloszilloskop, Typ: HM 512 N
• Heathkit - Wattmeter HM 102/1 KW
• Dummyload HN 31/1 KW
• L- und C-Meßgeräte als Frequenzzählervorsätze
• SWR Messgeräte 1 KW
• Tongenerator 1 - 100 KHz
• sowie verschiedene konventionelle analoge und digitale Volt- und Amperemeter.
Leider stand zur Messung des Intermodulationsabstandes und Spektrums kein
Zweitonsignalgenerator und Spektrum Analysator zur Verfügung. Der Abstand der
Intermodulationsprodukte 3. Ordnung des Ausgangssignale liegt erfahrungsgemäß
bei ca. 40 dB vom Sollsignal und sollte bei Linearendstufen noch etwa um den
Faktor der Leistungsverstärkung, hier 9,5 dB, höher anzusetzen sein, damit die
effektiven Intermodulationsstörungen und deren Mischprodukte bei gegebenem
Abstand zum Sollsignal bei größerer Ausgangsleistung auch im gleichen
Verhältnis klein bleiben. Beim späteren Betrieb der Linearendstufe, und dies
wurde in vielen QSO's vom jeweiligen Gesprächspartner bestätigt, sind keine
unerwünschten Verzerrungen oder Splatter sowie Nebenausstrahlungen aufgetreten.
Dennoch sind vor dem Betrieb der Endstufe einige Ausgangssignale
oszillographiert, die mit den vorhandenen technischen Mitteln möglich waren.
Hierbei war kein so genanntes flat topping zu beobachten und die HP-Amplitude
zeigte sich als reine Sinusform. Auch konnten keine unerwünschten
Phasendifferenzen zwischen Eingangs- und Ausgangskreis, die durch falsche
Übersetzungsverhältnisse des Ausgangskreises und deren Blindkomponenten
entstehen können, festgestellt werden. Solche Phasendifferenzen können
ebenfalls zu Fehlanpassungen und Fehlabstimmungen mit den bekannten
Auswirkungen führen.
9. Praktische
Betriebserfahrungen
Die genannte KW-Linearendstufe ist in dieser Applikation mit dem KW Kennwood
Transceiver TS-515 angesteuert. Als Antenne ist ein Doppeldipol für 80 und 40 m
sowie ein Dreielement Beam von Hygain TH3-MHK in 28 m Höhe verwandt. Die
praktischen Betrieb Erfahrungen mit dieser Selbstbau-Endstufe sind als sehr gut
zu bezeichnen. Auch die Abstimmung des Transceiver auf den
Endstufeneingangskreis und die Abstimmung des Endstufenausgangskreises an die
Antenne ist auf allen Bändern ohne Probleme durchzuführen. Die
Stehwellenverhältnisse betragen auf 10, 15 und 20 m mit dem Beam etwa 1 : 2.0
und bei den Doppeldipolen ( die nur 2 m über dem Hausdach aufgebaut sind ) etwa
1 : 2,0 bis 1 : 3,2.
Sehr von Vorteil ist auch die Zweistufenumschaltung des kräftigen Ventilators,
der in der zweiten Stufe schon hörbare Windgeräusche verursacht, die bei leisen
Empfangsdurchgängen stören können. RTTY- oder CW Betrieb wurde bisher mit
dieser Endstufe noch nicht ausgeübt. Es zeigten sich aber auch bei langen
Phonie-Durchgängen keine Überlastungen der Röhren. Die Anoden der Röhren
erhielten lediglich eine rötliche Färbung, was als ,,normaler".
Betriebszustand anzusehen ist. Durch die strömungsgünstige Luftführung wurde
die Verlustwärme auch sehr schnell aus dem Gehäuse heraus getragen. Ein großer
Vorteil ist ebenfalls die Möglichkeit, ständig alle Spannungen und Ströme mit
dem eingebauten Messinstrument zu überwachen, ohne hierzu das eingebaute
Outputmeter umzuschalten.
Die sichere
Funktion, Arbeitsweise und Leistungsfähigkeit eines jeden Selbstbaugerätes ist
hierbei auch der beste Erfolg für den Funkamateur.
10. Literaturquellen
• Kurzwellen - Amateurfunktechnik : H.J.Pietsch, DJ6HP, Franzis Verlag, Seite
219 - 245 und 283 - 302
• Werkbuch - Elektronik : Nührmann, Franzis Verlag, Seite 201 - 219, S 409 -
478
• Tabellenbuch - Elektronik : W. Benz, P. Heinker und L. Starke
• Frankfurter Fachverlag, Seiten 25-28, 40 - 41, 53 - 64, 96, 222, 257, 258,
263
• Kleine Elektronik-Formelsammlung : G. Rose, Franzis Verlag, Seite 76 - 80, 98
- 103
• Röhrendatenbuch : ABB - 1979, Band II
• Röhrendatenbuch : ABB - 1980, Band I
• KW-Linearendstufe von VK 2 AOU : H. Rückert, CQ-DL 2/82, Seite 57 - 60
• L-Messgerät als Frequenzzählervorsatz : nach F. Bach, DL2VH, Funkschau 1/1981
• Dimensionierung von PI-Filtern : K.-H. Kleine, DL 3 CI, CQ-DL 9/80, Seite 405
- 407
• ITT-Datenbuch : Dioden, Z-Dioden, Gleichrichter, Thyristoren, 1977 / 78
• Elektronik - Taschenbuch : Band 1, Dümmler Verlag, Seite 150 - 187
Bild 1 : Schaltplan der HF-Endstufe
Bild 2 : Schaltplan des Hochleistungsnetzteil
Bild 3 : Röhrengrundschaltung
Bild 4 : Eingangs- und Ausgangsbedingungen
Bild 5 : Tabelle und Berechnung des Ausgangs PI-Filters
Bild 6 : Daten des Eingangs- und Ausgangs PI-Filters
Bild 7 : Heizdrossel, Anodendrossel und Anodenwiderstände
Bild 8 : Eingangs- und Ausgangsleistungen der Endstufe
Bild 9 : Daten der Sendetriode T-380-1 von ABB
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press release http://www.flexo.de/download/fga/1-2008/Inhalt_FGA_1_2008.pdf
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Own patents
MLL-1 – Micro Laser Line Perforation for hole pattern, perforation design, waves, zigzag lines, packages lines, cryptograms, company logos, holograms, anti counterfeiting, product indicators. Patent pending for process, device and product properties. DE102004012081.
LPM-1 – micro laser perforation at wide web material with high power Co2 dual laser beam multiplexers, 200 optical channels, patent grand for process and device DE102004001327.
ESP electrostatic nano micro perforation machines for cigarette, tipping, filter, packaging, plug-wrap, sack, bag, food and other paper products, patent grand for process and device DE10328937.
Optical online OPSS-1 porovision scanning control system for electrostatic or LASER perforation machines.
Patent pending for process and device DE10251610 - China patent grand 200310104764.
Optical dyne control at fast moving substrates ODSTM-1. Previous patent application DE19542289.
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Patent Referenzen
http://www.wikipatents.com/gb/2149092.html
http://www.wikipatents.com/de/3332886.html
http://www.wikipatents.com/de/2918283.html

